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Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Mädchen
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  www.hegubald.com Selbstverteidigung für Mädchen

Die Website

Wie ist hegubald.com entstanden? Wie sieht das Gesamtkonzept aus, zu dem die Übungen auf der Website gehören? Im folgenden findet ihr dazu einige Informationen.

Von 1994 bis 2003 habe ich Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen in Köln und Umgebung unterrichtet, zunächst nur für Frauen, dann auch für Mädchen. Die Übungen auf dieser Website sind eine Auswahl der Übungen aus meinen Mädchenkursen. Teilweise habe ich die Anregungen dazu von außen (z.B. auf Lehrgängen oder durch Bücher, auch von Kursteilnehmerinnen) bekommen und sie dann für meine Kurse angepaßt, den überwiegenden Teil habe ich selbst entwickelt.

Die Kurse

An den Mädchenkursen nahmen Mädchen ab 10 Jahren teil. Die Kurse fanden überwiegend in den Schulen als Arbeitsgemeinschaft nach dem Unterricht statt, teilweise auch in Jugendeinrichtungen. Sie dauerten in der Regel 8 - 12 Wochen bei einer Stunde Unterricht pro Woche. Manchmal habe ich den Unterricht auch in Form von Workshops über einen Zeitraum von 2-3 Tagen gegeben.

Gründe für die Teilnahme an einem SV-Kurs

Es sind unterschiedliche Gründe, aus denen Mädchen in Selbstverteidigungskurse kommen:

Sie möchten sich gegen körperliche Angriffe wehren können. Teilweise haben die Mädchen schon körperliche Gewalt erlebt und kommen deshalb in den Kurs; teilweise sind sie selbst nicht angegriffen worden, haben aber von Übergriffen gehört oder sie miterlebt und möchten vorbeugend etwas dagegen tun. Sie möchten etwas Passendes erwidern können, wenn sie mit Worten "angemacht" werden oder sich gegen sexuelle Übergriffe verteidigen. Gerade die jüngeren Mädchen nehmen auch oft auf Wunsch der Eltern am Kurs teil, weil ihre Freundin hingeht oder weil sich „Selbstverteidigung“ interessant anhört.

*Mit körperlicher Gewalt oder sexuellen Übergriffen ist hier nicht häusliche Gewalt gemeint. Natürlich kommen auch Mädchen in die Kurse, die zu Hause misshandelt oder missbraucht werden.

Das ist jedoch etwas, über das sie nicht im Einführungsgespräch vor anderen Mädchen und vor einer Kursleiterin, die sie noch nicht kennen, reden. Auch kann eine solche Problematik nicht in einem 8 - 12 stündigem Kurs behandelt werden. Bei Missbrauch oder anderen Formen häuslicher Gewalt ist es wichtig, daß das betroffene Mädchen langfristig Unterstützung erhält. Wenn eine Kursleiterin den Eindruck hat, daß ein Mädchen von häuslicher Gewalt betroffen ist, sollte sie deshalb eine Vertrauensperson in der Schule oder die MitarbeiterInnen des Jugendzentrums ansprechen.

Unterrichtsziele und Umsetzung

Ziel des Trainings war es, die Mädchen zu ermutigen

  • selbstbewusst aufzutreten
  • zu spüren, wenn ihre persönlichen Grenzen
    überschritten werden
  • klare Grenzen zu ziehen und darauf zu bestehen,
    daß sie eingehalten werden.

Hierzu führten wir Gespräche, in denen die Mädchen ihre Erfahrungen schildern konnten und von mir Informationen erhielten. In Rollenspielen entwickelten die Mädchen eigene Lösungsmöglichkeiten für belastende Situationen.
Wir machten Übungen zur Körpersprache und zum Trainieren der Stimme.

Außerdem übten die Mädchen im Training, Situationen richtig einzuschätzen und sich in Situationen, die gefährlich sind oder werden können, zweckmäßig zu verhalten. In der Unterrichtseinheit „Katjas Geschichte“ wäre das zum Beispiel, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.

Ein weiterer Bestandteil des Unterrichts war die Vermittlung von körperlichen Selbstverteidigungstechniken. Die Mädchen lernten wenige, einfache Techniken, die bereits nach relativ kurzer Trainingsdauer angewendet werden können. Hierbei arbeiteten wir situationsbezogen: bevor eine Technik trainiert wurde, besprachen wir, in welchen Situationen sie angewendet werden kann und auf welche körperlichen Ziele sie sich richtet. Wenn die Einzeltechniken gut eingeübt waren, wendeten wir sie in kombinierten Übungen und Rollenspielen an.

Die Gestaltung des Kurses richtete sich dabei auch nach den Erwartungen der Mädchen: wenn z.B. ein oder mehrere Mädchen im Einführungsgespräch oder im Verlauf des Kurses berichteten, daß sie auf dem Schulweg regelmäßig von anderen Jugendlichen belästigt wurden, war diese Situation Gegenstand von Gesprächen und Rollenspielen.

Daneben gab es eine Reihe von "Standards", die in jedem Kurs Thema waren: das waren zum Beispiel die Themen "sich rechtzeitig wehren", "sich Hilfe holen", Übungen für Körpersprache und Stimme und die Vermittlung von Selbstverteidigungstechniken.

Abwechslung und Bewegung

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Unterrichtsinhalt
am besten angenommen wird, wenn die Stunden abwechslungsreich und vor allem bei den jüngeren Mädchen auch bewegungsintensiv sind. Zu Beginn des Unterrichts machten wir deshalb meistens ein kurzes Bewegungsspiel. Die einzelnen Stunden waren in der Regel unterteilt in einen Gesprächs- oder ruhigeren Teil und einen Teil, in dem die Mädchen etwas „machen“ konnten: das konnten z.B. Techniktraining, Rollenspiele oder laute Stimmübungen sein. Außerdem wurde der Unterricht mit kleinen Spielen aufgelockert und der Unterrichtsstoff, soweit es geht, in spielerische Übungen "verpackt".

Köln, April 2007


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