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Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Mädchen
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Einstieg in die Selbstverteidigung

Katjas Geschichte -
Gespräch über Selbstverteidigung

Die Geschichten

In diesem Kapitel findet ihr zwei Versionen von Katjas Geschichte. Diese Geschichten sind eine gute Grundlage, um in einer der ersten Stunden ein Gespräch über Selbstverteidigung zu führen.

In Version 1 wird ein Mädchen, Katja, auf dem Heimweg verfolgt und dann angegriffen; in der zweiten Fassung wird sie erst in der Straßenbahn belästigt, dann verfolgt und angegriffen. In beiden Geschichten verteidigt sie sich erfolgreich. Die erste Geschichte - ohne Belästigung in der Straßenbahn - ist für jüngere Mädchen (5. und 6. Klasse) geschrieben. Die zweite ist etwas komplexer und für Mädchen ab der 7. Klasse geeignet.

Ablauf

Die Geschichte wird im Unterricht vorgelesen. Nach dem Vorlesen überlegen sich die Mädchen, welche Möglichkeiten Katja hatte, um sich schon vor dem körperlichen Angriff gegen die Belästigung zu wehren. Das kann in Kleingruppen oder einzeln geschehen. Anschließend wertet die Gruppe gemeinsam die Ergebnisse aus.

Ziel: Handlungsmöglichkeiten erkennen

Bei der Bearbeitung von "Katjas Geschichte" werden die Mädchen herausfinden, daß sie einer vergleichbaren Situation viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten haben, und daß es am einfachsten und sichersten ist, möglichst frühzeitig zu handeln.

Angriffe wie dieser auf Katja beginnen selten direkt mit einer körperlichen Konfrontation. Meistens probiert der Täter erst einmal aus, wie weit er mit kleineren Grenzüberschreitungen kommt. Oder er beobachtet eine Frau/ Mädchen erst eine ganze Weile, bevor er angreift.

In dieser Phase hat die Betroffene eine ganze Menge Handlungsmöglichkeiten, die relativ wenig Aufwand erfordern und in denen sie ihre Alltagskompetenzen einsetzen kann. Je länger sie abwartet, desto mehr engt sich ihr Handlungsspielraum ein. Gleichzeitig wird der physische und mentale Aufwand für ihre Verteidigungshandlungen höher:

Jemanden in der Straßenbahn oder auf einer belebten Straße anzusprechen und um Hilfe zu bitten kostet Überwindung. Es ist aber immer noch einfacher und auch sicherer als eine körperliche Auseinandersetzung mit dem Angreifer.


In der Straßenbahnversion konnte Katja zum Beispiel folgendes tun:

  • Noch in der Bahn den Mann laut auffordern, mit der Belästigung aufzuhören
  • In der Bahn jemanden um Hilfe bitten oder zur Fahrerin/ Fahrer gehen
  • Sich auf einen anderen Platz setzen
  • Noch in der belebten Gegend den Mann laut auffordern, mit der Verfolgung aufzuhören
  • Schreien
  • Eine Passantin /Passanten um Hilfe bitten
  • In ein Geschäft/ Gaststätte gehen und von dort aus Eltern, Geschwister oder Polizei anrufen.

Nicht jede dieser Möglichkeiten ist für jedes Mädchen geeignet. Viele Mädchen und auch Frauen haben zuviel Angst, um einen Belästiger direkt anzusprechen. Wenn die Eltern nicht zuhause sind, können sie auch nicht angerufen werden. Aber wir haben ja noch einige Stunden vor uns - genügend Zeit, damit jede in Gesprächen und im Rollenspiel herausfinden kann, welche Verhaltensweise für sie am besten ist.

Anmerkung:

Natürlich ist eine Belästigung nicht immer die Vorbereitung für einen späteren Angriff. Aber auch bei "reinen" Belästigungen ist es sinnvoll, die Situation rasch zu klären, um selbst wieder ein gutes Gefühl zu haben.

Verantwortung bleibt beim Angreifer!

Im Gespräch sollte übrigens deutlich werden, daß Katja, auch wenn sie die Situation beeinflussen konnte, nicht an der Belästigung oder am späteren körperlichen Angriff "schuld" ist. Die Verantwortung für die Belästigung und den Angriff liegt voll und ganz beim Angreifer! Zu den Geschichten


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